Die Gründung der Baugenossenschaft Siegerland eGmbH in Siegen begann am 15. August 1908.

32 Genossen nahmen an der Gründungsversammlung teil. Die Eintragung in das Genossenschaftsregister des Amtsgerichts Siegen fand am 31. August 1908 statt.

Aufgabe und Zweck der Genossenschaft war die Errichtung von Kleinwohnungen auf gemeinnütziger Grundlage, insbesondere aber der Bau von Erwerbshäusern, um durch die Schaffung von Eigenheimen zur Bodenständigkeit und auch zur Pflege des Heimatgedankens beizutragen.
Im Januar 1921 erfolgte eine Änderung der Firmenbezeichnung in Spar- und Baugenossenschaft Siegerland eGmbH. Mit dieser Änderung wurde ein weiteres Glied der gemeinnützigen Tätigkeit, die Pflege und Erziehung der Genossen, zum Sparsinn aufgenommen.

Eine nochmalige Änderung der Firmenbezeichnung wurde im Jahre 1941 erforderlich, als im Zuge einer Verschmelzung der Siedlungsgenossenschaft Siegen eGmbH in die Spar- und Baugenossenschaft Siegerland eGmbH aufging.

Vom Tage der Verschmelzung, dem 9.Juli 1941, führte die Genossenschaft die Firmenbezeichnung Wohnungsgenossenschaft Siegerland eGmbH in Siegen. Der Geschäftsbereich erstreckte sich seitdem auf den Kreis Siegen. Bis zum Jahre 1941 wurden insgesamt 129 Eigenheime mit 232 Wohnungen errichtet und in das Eigentum der Genossen übertragen. Im gleichen Zeitraum erstellte die Genossenschaft 27 Miethäuser mit 94 Wohnungen.

Der zweite Weltkrieg hatte verheerende Folgen für die Genossenschaft. Als die ersten Schäden entstanden, waren 101 Wohnungen im Eigentum der Genossenschaft.

Lediglich 6 Wohnungen nach Abschluß der Kriegshandlungen blieben unbeschädigt:

6 total vernichtete Wohnungen, 23 unbewohnbar schwerbeschädigte Wohnungen, 28 beschädigte Wohnungen bei denen einzelne Räume unbewohnbar waren, 38 leichtbeschädigte Wohnungen und 6 nichtbeschädigte Wohnungen.

In den Jahren 1945 bis 1948 konnten nur die notwendigsten Arbeiten zur Erhaltung des weniger beschädigten Wohnhausbesitzes durchgeführt werden, weil infolge der Bewirtschaftung nur bescheidene Mengen an Baumaterialien zu beschaffen waren. Durch diese vordringlichen Arbeiten mußte der Wohnungsneubau vorübergehend eingeschränkt werden. Nur an besonderen Schwerpunkten konnten mit stärkster Förderung durch die Stadt Siegen und das Land Nordrhein-Westfalen einige Mietwohnhäuser errichtet werden. Die Beseitigung der Kriegsschäden dauerte bis zum Jahre 1955 an. Eine öffentliche Förderung von Neubauten begann im Jahre 1950. Daß in den folgenden Jahren fast ausschließlich Mietwohnhäuser errichtet werden mußten, fand seinen Grund in der bestehenden Wohnungsnot, bedingt durch starke Kriegszerstörung und den Zustrom von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen.

Der Beitrag der Genossenschaft zur Linderung der Wohnungsnot durch Errichtung öffentlich geförderter Mietwohnhäuser war beachtlich:

54 Mietwohnhäuser mit 312 Wohnungen wurden in den Jahren 1950 bis 1956 bezugsfertig gestellt. In dem Zeitraum  von 1957 bis 1970 wurden weitere 29 Mietwohnhäuser mit 203 Wohnungen errichtet. 197 Eigenheime mit 300 Wohnungen hat die Genossenschaft in den Jahren 1909 bis 1970 fertiggestellt und auf die Erwerber übertragen und damit die von den Gründern gestellten Aufgaben in reichlichem Maße erfüllt. Im Jahre 1970 begonnene Verhandlungen mit der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Eiserfeld eGmbH in Eiserfeld führten 1971 zu einer Verschmelzung und gleichzeitiger Umbenennung des Firmennamens in Baugenossenschaft „Siegerland „ eGmbH, Siegen. Nach der Verschmelzung wies die Genossenschaft  folgende Miethaus- und Wohnungsbestände auf: 195 Häuser mit 886 Wohnungen.

Die im Jahre 1979 begonnenen Verhandlungen mit der Deutsche Baugemeinschaft eG Siegen führten noch im selben Jahre zu einer Verschmelzung und dem Firmenname Baugenossenschaft Siegerland eG. Der Haus- und Wohnungsbestand der Baugenossenschaft Siegerland eG wuchs auf 241 Häuser mit 1293 Wohnungen an. Bis zum 31.12.1978 wurden von beiden Genossenschaften insgesamt 1193 Eigenheime mit 1745 Wohnungen an die Erwerber übertragen.

Der Genossenschaft gehörten am 31.12.1982 1811 Mitglieder mit 3869 Anteilen an . Der Geschäftsanteil und die Haftsumme sind auf je DM 600,- festgesetzt. Nach der Währungsreform am 01.01.2002 wurde der Geschäftsanteil mit € 310,- festgelegt.

Am 31.12.2012 hatte die Genossenschaft 1600 Mitglieder mit 3802 Anteilen. Der Haus- und Wohnungsbestand beläuft sich auf 1325 Mietwohnungen, 216 Stellplätzen und Garagen sowie 11 gewerblichen Einheiten. Auch nach über  100-jähriger Tätigkeit, stehen nach wie vor die Interessen unserer Mitglieder im Zentrum all unseres Bemühens. Wenn sich auch die Ausdrucksformen und die Wünsche etwas verändern, stehen zwei Dinge im Vordergrund, die unsere Genossenschaft erfüllt: Mit dem einseitigen Verzicht auf eine Kündigung ihrer Wohnungen in der Form des Dauerwohnrechts schafft die BGS Sicherheit bei der Befriedigung eines existentiellen Bedürfnisses, in dem Wohnen und dies zu attraktiven, sozialverträglichen Mieten.

Man kann bei der BGS "mit Sicherheit" wohnen. Dies schafft Ruhe und Zufriedenheit, und die Bewohner fühlen sich in ihren Wohnanlagen wohl.
Dies wird auch in Zukunft so bleiben.